Schweißgeräte & Technik

Einschaltdauer (Duty Cycle)

Warum dein Gerät Pausen braucht — der 10-Minuten-Zyklus auf dem Typenschild

Einschaltdauer (Duty Cycle) AI generated

Die Einschaltdauer sagt, wie lange ein Schweißgerät bei einem bestimmten Strom arbeiten darf, bevor es abkühlen muss. Auf dem Typenschild steht sie in Prozent — und wer sie ignoriert, lässt sein Gerät in den thermischen Schutz laufen oder zerstört es.

Auf dem Typenschild jedes Schweißgeräts steht eine Prozentzahl, die viele übersehen — die Einschaltdauer (Duty Cycle). Sie ist die wichtigste Zahl, wenn du entscheiden willst, ob ein Gerät deine Arbeit durchhält oder nicht.

Die Einschaltdauer basiert auf einem 10-Minuten-Zyklus bei 40 °C Umgebungstemperatur. Steht auf dem Typenschild zum Beispiel „60 % bei 200 A", bedeutet das: Das Gerät darf 6 Minuten bei 200 A unter Last arbeiten und muss dann 4 Minuten abkühlen, bevor der Zyklus von vorn beginnt.

Warum das so ist: Jede Stromquelle erzeugt Wärme — vor allem im Transformator, in den Leistungshalbleitern und in den Kühlkörpern. Je mehr Strom fließt, desto mehr Wärme entsteht. Läuft das Gerät zu lange am Limit, überhitzt die Elektronik: Der thermische Schutz schaltet ab (die Lampe für „Übertemperatur" leuchtet), und im schlimmsten Fall nimmt das Gerät dauerhaft Schaden.

Der Zusammenhang ist wichtig: Höherer Strom bedeutet niedrigere Einschaltdauer. Ein Gerät, das bei 150 A noch 100 % Einschaltdauer hat, schafft bei 250 A vielleicht nur noch 30 %. Die Prozentzahl gilt immer nur für den konkret genannten Strom.

Was das für dich heißt:

Dünne Bleche, kurze Nähte: Du schweißt ohnehin mit Pausen — die Einschaltdauer reicht fast immer.

Dicke Bleche, lange Nähte, Fülllagen: Hier läuft das Gerät am Stück. Rechne nach, ob die Einschaltdauer bei deinem Arbeitsstrom für den Dauerbetrieb reicht.

Dauerlast in der Produktion: Wenn das Gerät den ganzen Tag unter Last steht, wähle es großzügig überdimensioniert oder wassergekühlt — dann bleibt es im sicheren Bereich.

Die goldene Regel: Lieber ein Gerät eine Nummer größer, als eines, das ständig am thermischen Limit klebt. Ein überfordertes Gerät nervt nicht nur mit Abschaltungen — es stirbt früher.

Warum moderne Geräte überhaupt so leistungsfähig und trotzdem kompakt sind, steckt im Artikel .

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