Polung, Masse & Stromkreis
Kabelquerschnitt, Masseklemme und die magnetische Blaswirkung — die unterschätzten Details
AI generated Der Schweißstrom fließt in einem geschlossenen Kreis: Gerät, Brenner, Lichtbogen, Werkstück, Massekabel. Jedes schwache Glied in dieser Kette — zu dünnes Kabel, falsche Polung, schlecht gesetzte Masse — rächt sich am Lichtbogen. Hier stecken die häufigsten Werkstatt-Fehler.
Der Schweißstrom fließt in einem geschlossenen Kreis: vom Gerät über das Schlauchpaket zum , durch das Werkstück, über das Massekabel zurück zum Gerät. Klingt simpel — aber genau in dieser Kette stecken die häufigsten Werkstatt-Fehler, die man dem Gerät ankreidet, obwohl sie an der Verkabelung liegen.
Der Kabelquerschnitt
Die goldene Regel: Der Kabelquerschnitt muss zur maximalen Stromstärke des Geräts passen. Ist das Kabel zu dünn oder die Klemme unterdimensioniert, entsteht an den Übergangsstellen ein enormer Widerstand. Die Folge: Das Kabel fängt an zu glühen, schmort im schlimmsten Fall durch, oder ein Massemagnet verliert durch die Hitze seine Haftkraft. Ein 200-A-Gerät braucht ein entsprechend dickes Kabel — nicht das dünne vom 80-A-Kompaktgerät.
Die Masse nah dran
Setze die Masseklemme oder den Massemagneten immer so nah wie möglich an die Fuge. Jeder Schweißstrom erzeugt ein starkes elektromagnetisches Feld. Hängst du die Masse meterweit weg, zwingst du den Strom zu einem riesigen Umweg durch das Werkstück — und die (Arc Blow) schlägt zu: Der Lichtbogen fängt an zu zischen und zu tanzen, reißt ab oder spritzt zur Seite. Besonders bei Gleichstrom und hohen Strömen wird das zum echten Problem.
Die Polung
Gleichstrom (DC) hat zwei Pole, und die machen einen Unterschied:
• WIG: Die Masse gehört an den Pluspol, der Brenner an den Minuspol (Elektrode minus, DC−). Der Großteil der Wärme geht ins Werkstück, der Einbrand wird tief.
• MAG/MIG: Meist der Pluspol am Draht (DC+) für tiefen Einbrand — die genaue Polung steht im Schweißdatenblatt des Drahts.
• E-Hand: Je nach Elektrodentyp DC+ (basisch, Cellulose) oder auch AC (Rutil) — der Aufdruck auf der Elektrode nennt die erlaubte Polung.
Vorsicht bei modernen Invertern: Viele haben symmetrische Buchsen, die beide gleich aussehen (ursprünglich fürs E-Hand-Schweißen gedacht). Ist das Symbol abgenutzt, hilft beim WIG der Blick auf den Gasanschluss — er sitzt immer unmittelbar neben dem Minuspol.
Der Lohn für diese drei Details: ein ruhiger, stabiler Lichtbogen, sauberer Einbrand und keine geschmorten Kabel. Der Stromkreis ist die Grundlage, auf der alles andere aufbaut.