Schweißgeräte & Technik

Schutzgas & Gasversorgung

Vom Flaschendruck zur sauberen Naht — Druckminderer, Durchflussmesser und das richtige Gas

Schutzgas & Gasversorgung AI generated

Das Schutzgas verdrängt die Luft vom Schmelzbad — ohne es bekommt jede Naht Poren und . Damit das Gas sauber und konstant ankommt, braucht es eine durchdachte Kette: Flasche, Druckminderer, Durchflussmesser, Magnetventil und Düse.

Das hat einen einzigen Job, aber einen entscheidenden: Es hält Sauerstoff, Stickstoff und Luftfeuchtigkeit vom glühenden Schmelzbad fern. Ohne diesen unsichtbaren Schild oxidiert das Bad sofort, zieht Stickstoff ein, und die Naht bekommt Poren und . Deshalb ist die Gasversorgung das Rückgrat jedes Schutzgas-Verfahrens.

Die Kette vom Flascheninhalt bis zur Düse:

Flasche: Das Gas steht unter hohem Druck (oft 200 bar). Der Flaschendruck ist viel zu hoch für den Brenner.

: Er reduziert den Flaschendruck auf einen niedrigen, konstanten Arbeitsdruck. Ohne ihn würde der Durchflussmesser dem Druck nicht standhalten.

: Er stellt die Gasmenge in Liter pro Minute ein — die eigentliche Stellgröße für den Gasschutz.

Magnetventil: Es öffnet und schließt das Gas automatisch mit dem Schweißstrom, damit kein Gas ungenutzt entweicht.

Schlauchpaket & Düse: Führen das Gas bis zur Schweißstelle.

Zwei Zeiten sind dabei besonders wichtig:

Vorströmzeit: Das Gas fließt einen kurzen Moment, bevor der Lichtbogen zündet — damit der Schutz schon steht, wenn es heiß wird.

: Das Gas fließt noch etwas nach dem Erlöschen, um die heiße Elektrode und die erstarrende Naht vor Anlauffarben zu schützen.

Beim Gas selbst gilt die Grundregel: Inert oder aktiv. Inerte Gase wie (und Helium) reagieren nicht mit der Schmelze — für WIG, MIG und Edelstahl. Aktive Gase wie oder Argon-CO₂- reagieren kontrolliert mit dem Bad — für MAG auf unlegiertem Stahl.

Die Durchflussmenge richtet sich nach Düsengröße und Verfahren — typisch 5–10 l/min beim WIG, 12–18 l/min beim MAG. Zu wenig Gas lässt Luft ans Bad (Poren), zu viel verwirbelt das Gas und zieht Umgebungsluft mit hinein — es kann also auch schaden.

Für die Praxis: Kontrolliere die Kette regelmäßig. Ein undichter Schlauch, ein zu hoher Durchfluss oder eine verstopfte Düse ruinieren den Gasschutz schneller, als du schauen kannst.

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