Schweißverfahren

Bolzenschweißen

Gewindebolzen in Sekunden — der schnelle Weg zu festen Verbindungspunkten auf Blech und Träger

Bolzenschweißen AI generated

Beim Bolzenschweißen wird ein Bolzen mit einem kurzen Lichtbogen direkt auf ein Blech oder einen Träger geschweißt — in Bruchteilen einer Sekunde. Kein Bohren, kein Durchstecken: Der Bolzen wird zur festen, dichten Verbindung für Gewinde, Befestigungen und Kopfbolzen im Stahlbau.

Das (DIN EN ISO 4063 Nummer 78) löst ein alltägliches Problem: Wie bringst du einen Gewindebolzen, einen Stift oder einen Kopfbolzen dauerhaft auf ein Blech oder einen Träger, ohne zu bohren oder zu nieten? Die Antwort: mit einem kurzen, präzisen in Sekundenbruchteilen.

So läuft es ab — zwei Zündarten:

Spitzenzündung: Der Bolzen hat eine kleine Spitze. Beim Aufsetzen fließt ein hoher Kurzschlussstrom durch diese Spitze, die sofort verdampft und den Lichtbogen zündet. Der Bolzen wird dabei leicht angehoben („Hub") und nach dem Anschmelzen in das Bad gedrückt.

Hubzündung mit Pilotstrom: Ein schwacher Hilfslichtbogen wird vorab gezündet, dann hebt die Pistole den Bolzen an, der Hauptstrom fließt, und der Bolzen taucht in das Schmelzbad. Sauberer und besser steuerbar — der Standard für größere Bolzen.

Bei größeren Bolzen kommt ein Keramikring zum Einsatz (): Er formt die Schweißnaht rund um den Bolzen, hält das Schmelzbad zusammen, schützt es vor der Atmosphäre und sorgt für eine saubere, gleichmäßige Naht. Nach dem Schweißen wird er einfach abgeschlagen.

Vorbereitung zählt: Die Oberfläche muss blank und frei von Zunder, Rost, Öl und Farbe sein — sonst wird der Lichtbogen unruhig und die Verbindung porös.

Die Vorteile:

Extrem schnell: Ein Bolzen sitzt in weniger als einer Sekunde — ideal für Serien und lange Träger mit vielen Bolzen.

Keine Bohrung nötig: Das Blech bleibt unversehrt, die Verbindung ist von außen dicht und auf der Rückseite unsichtbar.

Nur eine Seite zugänglich: Anders als beim Schrauben brauchst du nur die Vorderseite.

Fest und reproduzierbar: gleichmäßig und maschinell wiederholbar.

Die Nachteile: Der Bolzen muss senkrecht zum Werkstück stehen, die Blechdicke muss zur Bolzengröße passen (zu dünn brennt durch), und es braucht spezielle Bolzenschweißgeräte. Zur Qualitätskontrolle genügt meist der Biegetest: Der Bolzen wird gebogen — bricht die Verbindung nicht auf, hält sie.

Die Domäne: Kopfbolzen im Stahl- und Brückenbau (Verbundleiste auf Trägern), Apparatebau, Schiffbau, Isolierbefestigungen, Kabeltrassen und überall, wo Gewindepunkte schnell und dicht auf Blech müssen.

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