Schweißverfahren

Laser-Schweißen

Präzision mit gebündeltem Licht — schmale Nähte, minimale Wärme, höchste Geschwindigkeit

Laser-Schweißen AI generated

Beim Laser-Schweißen bündelt ein Laserstrahl seine Energie auf einen winzigen Punkt und schmilzt das Material berührungslos. Das Ergebnis sind extrem schmale, tiefe Nähte mit minimaler Wärmeeinflusszone und Verzug — der Maßstab für Präzision und Geschwindigkeit in der Serienfertigung.

Das arbeitet völlig anders als alle Lichtbogenverfahren: Hier schmilzt kein , sondern ein gebündelter Laserstrahl. Der Strahl konzentriert seine Energie auf einen Punkt von Bruchteilen eines Millimeters — die Energiedichte ist so hoch, dass das Metall dort schlagartig verdampft und ein „Dampfkanal" (Keyhole) entsteht. Der Laser „sticht" durch das Material, und hinter dem Fokus schließt sich die Schmelze wieder zur Naht.

Das Ergebnis ist das genaue Gegenteil von E-Hand:

Extrem schmale, tiefe Nähte: Das Verhältnis Tiefe zu Breite kann 10:1 und mehr betragen.

Minimale : Die Wärme konzentriert sich auf den Punkt, der Rest des Bauteils bleibt kalt — kaum Verzug, kaum Gefügeveränderung.

Höchste Geschwindigkeit: Dünne Bleche werden in Sekundenbruchteilen verschweißt.

Dazu kommt: Berührungslos. Der Laser braucht keine Elektrode, keinen Drahtkontakt, keinen Brenner am Werkstück. Das erlaubt das Schweißen an schwer zugänglichen Stellen und die perfekte Automatisierung mit Robotern.

Welche Laser gibt es?

Man unterscheidet sie nach dem Medium, das das Licht erzeugt:

CO₂-Laser (10,6 µm): Der Klassiker für dicke Stahlbleche. Arbeitete lange als Standard, ist heute in der Schweißtechnik weitgehend abgelöst.

Faserlaser (ca. 1,06 µm): Der moderne Standard. Kompakt, höchste Effizienz, das Licht lässt sich über Glasfaser lenken. Ideal für Roboter und feine Nähte.

Scheibenlaser (ca. 1,03 µm): Sehr hohe Leistung bei exzellenter Strahlqualität — für dicke Bleche und hohe Geschwindigkeiten.

Diodenlaser: Direkt aus Halbleitern, weicherer Strahl — eher fürs Hartlöten und Auftragschweißen.

Früher gab es noch den Nd:YAG-Festkörperlaser (1,06 µm) als Brückenlösung; heute dominieren Faser- und Scheibenlaser.

Warum Watt und nicht Ampere?

Weil es zwei verschiedene physikalische Größen sind. Beim Lichtbogen ist die Leistung Strom mal Spannung — und weil die Lichtbogenspannung annähernd konstant ist (20–40 V), steuert der Strom in Ampere direkt die Wärme. Beim Laser liefert der Strahl Licht (Photonen), keinen elektrischen Strom — die relevante, direkt messbare Größe ist die optische Leistung = Energie pro Sekunde = Watt. Es gibt schlicht keinen „Strom" im Strahl. Die Anlage zieht zwar elektrische Leistung aus der Steckdose (auch in Watt), wandelt sie aber mit 30–50 % Wirkungsgrad in Laserlicht um. Deshalb klassifiziert man Laser nach ihrer optischen Ausgangsleistung in Watt — typisch 0,5–20 kW, je nach Blechdicke.

Welches Gas wird verwendet?

Das Prozess-/Schutzgas hat beim Laser zwei Aufgaben: Es schützt das Bad vor Oxidation und es kontrolliert die Plasma-Wolke über der Naht, die den Strahl abschwächt:

Helium: Unterdrückt das Plasma am besten — für tiefe Schweißungen, gerade bei CO₂-Lasern.

Argon: Standard für Faser- und Scheibenlaser auf Stahl und Edelstahl.

Stickstoff: Für Edelstahl (stabilisiert das Gefüge), aber mit Porengefahr.

Verzinkte Bleche: Spezielle Gasgemische, weil der verdampfende Zink die Naht aufreißen kann.

Die zwei Grundverfahren:

Wärmeleitungsschweißen: Bei niedriger Leistung schmilzt der Strahl nur die Oberfläche — breite, flache, glatte Nähte, ähnlich dem Löten.

Tiefschweißen (Keyhole): Bei hoher Leistung durchschlägt der Strahl das Material — tiefe, schmale Nähte für strukturelle Verbindungen.

Anwendungen sind die Domäne von Präzision und Serie: Automobilbau (Karosserieteile, Getriebe), Batteriezellen, Elektronikgehäuse, medizintechnische Teile und alles, wo Verzug ein Problem wäre.

Der Preis: Die Anlagen sind teuer, die Nahtvorbereitung muss exakt sein (Spalt nahe null), und die Sicherheit verlangt Laserklasse 4 mit geschlossenen Kabinen. Für die Werkstatt-Einzelfertigung ist Laser selten die erste Wahl — dort regiert das MAG- oder WIG-Schweißen.

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