Schweißverfahren

Widerstandspunktschweißen (RP)

Schweißen ohne Lichtbogen — tausende Punkte in Minuten, der Maßstab im Automobilbau

Widerstandspunktschweißen (RP) AI generated

Beim Widerstandspunktschweißen fließt kein Lichtbogen, sondern ein starker Strom direkt durch zwei zusammengepresste Bleche. Die Widerstandswärme schmilzt einen kleinen Linsenkern. Das Verfahren ist blitzschnell, braucht keinen Zusatz und ist der Standard für jede Karosserie.

Das (RP, DIN EN ISO 4063 Nummer 21) ist ein völlig anderes Prinzip als alle Lichtbogenverfahren: Hier gibt es keinen Lichtbogen. Zwei Kupferelektroden pressen die Bleche zusammen, und ein sehr hoher Strom fließt für Sekundenbruchteile direkt durch das Material. An der Berührungsfläche der Bleche ist der elektrische Widerstand am größten — genau dort entsteht die Wärme, die einen kleinen linsenförmigen Kern (den Schweißpunkt) aufschmilzt.

Die Physik: Strom, Zeit und Druck

Die Wärme folgt einer einfachen Formel: Wärme = Strom² × Widerstand × Zeit. Verdreifachst du den Strom, kommt neunmal so viel Wärme heraus — deshalb reagiert der Prozess höllisch empfindlich auf die Stromstärke. Du steuerst vier Größen:

Schweißstrom: Er bestimmt, wie heiß der Punkt wird — je dicker die Bleche, desto mehr Strom.

Schweißzeit: Meist Bruchteile von Sekunden. Der Prozess ist extrem schnell, aber die Zeit muss exakt passen: zu kurz = kalter Punkt, zu lang = Spritzer und Elektrodenverschleiß.

Elektrodenkraft: Die Elektroden pressen die Bleche zusammen, bis der Kern erstarrt ist. Zu wenig Druck = Spritzer, zu viel = flacher Punkt mit zu wenig Einbrand.

Kühlung: Die Kupferelektroden sind innen wassergekühlt — sonst würden sie bei tausenden Punkten am Stück selbst aufweichen und am Blech kleben.

Der Linsenkern: Warum der Punkt hält

Der geschmolzene Kern ist linsenförmig und wird von den kalten Blechen ringsum rasch abgeschreckt. Am Ende steht eine kleine, feste Schweißlinse — die Umgebung bleibt kalt, deshalb ist der Verzug minimal und die winzig.

Die Vorteile:

Extrem schnell: Ein Punkt in Millisekunden — tausende Punkte pro Karosserie in Minuten.

Kein Zusatz, kein Schutzgas: Nur Strom und Druck — billig und sauber.

Perfekt automatisierbar: Schweißroboter setzen die Punkte präzise und wiederholgenau.

Geringer Verzug: Die Wärme bleibt lokal auf den Punkt begrenzt.

Die Grenzen: Es braucht überlappte Bleche (kein Stoß), die Blechdicken sind begrenzt, und der einzelne Punkt ist nicht gasdicht. Zwei Varianten erweitern das Prinzip:

Rollnahtschweißen: Statt fester Elektroden rollen Kupferscheiben über das Blech und erzeugen eine durchgehende, gasdichte Naht — für Tanks und Behälter.

Buckelschweißen: An einer Seite ist ein kleiner Buckel vorgeprägt. Der gesamte Strom fließt durch diese winzige Stelle — mehrere Punkte auf einmal oder sehr präzise Einzelpunkte werden möglich.

Die Domäne ist klar der Automobilbau: Jede Stahlkarosserie besteht aus tausenden Punktschweißverbindungen. Dazu Weißblech (Blechemballagen), Haushaltsgeräte und die Blechverarbeitung allgemein.

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