Werkstoffprüfung & Qualitätssicherung

Gefügeuntersuchung & Härteverlauf

Makroschliff, Mikroschliff, Ätzung — der Blick ins Metall

Gefügeuntersuchung & Härteverlauf AI generated

Manche Antworten liefert nur der Blick ins Material: Der Makroschliff zeigt die Nahtgeometrie und die Zonen, der Mikroschliff das Gefüge im Detail, der Härteverlauf die Aufhärtung. Die Gefügeuntersuchung ist die Brücke zwischen den Kennwerten und dem, was in der Naht wirklich passiert ist.

Zugversuch und Ultraschall liefern Zahlen und Bilder — aber was in der Naht wirklich passiert ist, zeigt erst die Gefügeuntersuchung. Sie ist der direkte Blick ins Metall und die Brücke zwischen Kennwert und Ursache.

Der Makroschliff (Makroätzung). Eine Scheibe wird quer aus der Naht geschnitten, geschliffen und mit Säure geätzt. Mit bloßem Auge erkennst du jetzt die ganze Nahtgeometrie: , und Grundwerkstoff heben sich als unterschiedlich helle Zonen ab. Der Makroschliff zeigt:

Einbrand: Ist die Wurzel durchgeschweißt? Gibt es an der Flanke?

Lagenaufbau: Sind die Lagen sauber verschmolzen, gibt es Schlackeneinschlüsse oder Poren?

Nahtüberhöhung und Wurzelrückfall: Stimmt die Geometrie?

Der Makroschliff ist die erste und wichtigste Gefügeuntersuchung nach dem Schweißen — er sagt dir in Sekunden, ob die Naht handwerklich sauber ist.

Der Mikroschliff (Mikroätzung). Dieselbe Probe wird poliert und unter dem Mikroskop betrachtet, oft nach spezieller Ätzung. Jetzt erkennst du das Gefüge im Detail: , , , , . Der Mikroschliff beantwortet die Warum-Fragen: Warum ist die hart? Weil dort Martensit liegt. Warum ist die Naht spröde? Weil das Korn grob gewachsen ist.

Der . Auf dem Makroschliff wird die Härte (HV) als Linie quer über die Naht gemessen: Schweißgut → → Grundwerkstoff. Die typische Kurve zeigt einen Peak in der — dort, wo die Aufhärtung durch Martensit am stärksten ist. Dieser Härte-Peak ist der Wert, der gegen den zulässigen Grenzwert geprüft wird.

Die drei Untersuchungen gehören zusammen und sind Teil jeder ernsthaften Schweißqualifikation:

1. Makroschliff → Geometrie und Fehler.

2. Mikroschliff → Gefüge und dessen Ursache.

3. Härteverlauf → die Zahl, die zählt.

Für dich bedeutet das: Die Gefügeuntersuchung ist nicht nur etwas fürs Labor. Sie ist die Erklärung für fast jedes Schweißproblem — Aufhärtung, Riss, Sprödigkeit — und die Grundlage jeder Schweißverfahrensprüfung.

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