NE-Metalle

Blei & Zinn – Lote und Weichmetalle

Weichlöten, Hartlöten und der verantwortungsvolle Umgang mit Schwermetallen

Blei & Zinn – Lote und Weichmetalle AI generated

Blei und Zinn sind weiche, niedrig schmelzende Metalle, die vor allem als Lote und für Spezialanwendungen wie Strahlenschutz dienen. Beim Verbinden stehen Weich- und Hartlöten im Vordergrund. Blei ist gesundheitsgefährdend und verlangt besondere Vorsicht.

Blei und Zinn sind die Weichmetalle unter den NE-Metallen – niedrige Schmelzpunkte, weich, gut formbar. Zinn kennst du vom Löten und vom Weißblech, Blei vom Strahlenschutz, von Batterien und aus der Kabelummantelung. Geschweißt werden beide kaum – ihre Domäne ist das Löten.

Der Unterschied, den du kennen musst: arbeitet unter 450 °C, darüber. Weichlote sind traditionell Zinn-Blei-Mischungen, heute zunehmend bleifrei (Zinn-Silber, Zinn-Kupfer), weil Blei gesundheitsgefährdend ist. Das Lot schmilzt, fließt in den Spalt und verbindet die Teile – die Verbindung hält mechanisch weniger aus als eine Schweißnaht, ist dafür aber schonend für empfindliche Bauteile. Deshalb lötest du Elektronik, Kühler, Kupferrohre und Zinkblech, statt sie zu schweißen.

Zwei Dinge entscheiden beim Löten: die richtige Arbeitstemperatur und das passende Flussmittel. Das Flussmittel entfernt die Oxidschicht, damit das Lot überhaupt benetzt – ohne Flussmittel läuft das Lot in Kugeln ab, statt in den Spalt zu kriechen. Beim mit Silberloten entstehen Temperaturen von 600–800 °C, das ist schon nah am Schweißen, aber das Grundmaterial schmilzt dabei nicht.

Der wichtigste Punkt bei Blei ist aber der Gesundheitsschutz. Blei ist giftig – es reichert sich im Körper an und schädigt Nerven und Blutbildung. Bleidämpfe entstehen schon bei Temperaturen weit unter dem Schmelzpunkt, und Bleistaub sammelt sich auf Werkzeugen und Händen. Beim Arbeiten mit Blei gilt: Absaugung, Handschuhe, Hände waschen, nicht essen oder rauchen am Arbeitsplatz. Moderne bleifreie Lote machen dir das Leben dabei deutlich leichter.

Warum das eutektische Lot der Elektronik-Standard war

Das klassische Lötlot Sn63Pb37 schmilzt bei exakt 183 °C — nicht in einem Temperaturbereich, sondern bei einem Punkt. Das nennt man eutektisch, und genau das ist der Vorteil: Das Lot geht schlagartig von fest zu flüssig und erstarrt ebenso schlagartig, ohne breiige Zwischenphase, in der sich die Bauteile verschieben können. Deshalb war es jahrzehntelang der Standard in der Elektronik. Seit der RoHS-Richtlinie ist Blei dort weitgehend verbannt — die bleifreien Alternativen (Zinn-Silber-Kupfer, SnAgCu) brauchen eine etwas höhere Temperatur und mehr Sorgfalt, kommen aber ohne das Nerven- und Blutgift aus.

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