Eisenwerkstoffe & Stähle

Formenstähle für Glas

Glasformen: Maßhaltigkeit unter über 1000 °C

Formenstähle für Glas AI generated

Glasformen geben flüssigem Glas seine Gestalt – von der Flasche bis zur Scheinwerferlinse. Sie stehen unter extremer Hitze und müssen dabei maßhaltig bleiben. Gefragt sind warmfeste Stähle mit hoher Zunderbeständigkeit.

Die ist das Werkzeug der Glasformgebung: Flüssiges Glas mit über 1000 °C wird in die Form geblasen, gepresst oder gegossen und erstarrt dort zum fertigen Produkt. Von der Weinflasche bis zur Präzisionslinse entsteht so jedes Glas in einer Stahlform.

Die Belastung ist vor allem thermisch. Die Form sieht extreme Hitze, und sie muss dabei maßhaltig bleiben. Zwei Feinde lauern: der Zunder und der Verzug. Verzundert die Formoberfläche, wird das Glas rau und bekommt Anbackungen. Verzieht sich die Form, stimmen die Maße nicht mehr – und bei Glas zählt jeder zehntel Millimeter.

Deshalb brauchen Glasformen warmfeste Stähle mit hoher Zunderbeständigkeit. Das sind warmarbeitsstahl-ähnliche Sorten oder Sonderlegierungen, die auch bei Dauerhitze ihre Form und Oberfläche behalten. Die Formoberfläche wird oft zusätzlich beschichtet, um das Anbacken des Glases zu verhindern.

Beim Schweißen einer Glasform geht es um dasselbe wie bei jeder Warmarbeits-Reparatur: die Warmfestigkeit wiederherstellen. Die reparierte Stelle muss auch bei hoher Temperatur fest bleiben und darf nicht verzundern – ein falscher Zusatz macht die Reparatur zur Schwachstelle, die beim nächsten Gießzyklus versagt.

Die typischen Reparaturfälle sind ausgebrochene Formkanten, Risse an Übergängen und verschlissene Formnester. Hier gilt: warm schweißen, warmfesten Zusatz nehmen, sofort anlassen – und die Formoberfläche nach der Reparatur wieder glätten, damit das Glas sauber bleibt.

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