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Eisenwerkstoffe & Stähle

Fachliche Unterteilung der Stahlsorten für gezielte Schweiß- und Werkstoffanalyse — vom unlegierten Baustahl bis zum Panzerstahl.

Unlegierte Baustähle

Unlegierte Baustähle sind die Standardwerkstoffe im Stahlbau. Sie enthalten keine gezielten Legierungselemente, lassen sich hervorragend schweißen und decken mit Streckgrenzen von 235 bis 460 MPa die meisten tragenden Anwendungen ab. Entscheidend für die Schweißeignung ist das Kohlenstoffäquivalent.

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Edelstähle (Rostfrei)

Edelstähle sind Stähle mit mindestens 10,5 % Chrom, die sich durch eine selbstheilende Passivschicht vor Korrosion schützen. Die drei großen Familien – austenitisch, ferritisch und Duplex – unterscheiden sich in Gefüge, Festigkeit und Schweißverhalten. Entscheidend beim Schweißen: Wärmeeinbringung, Wurzelschutz und die richtige Nachbehandlung.

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Werkzeugstähle – Überblick

Werkzeugstähle formen andere Werkstoffe. Doch hinter dem Sammelbegriff stecken acht getrennte Welten – von der kalten Schneide bis zur glühenden Druckgussform. Jede hat eigene Anforderungen und eigene Regeln beim Schweißen.

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Kaltarbeitsstähle

Kaltarbeitsstähle arbeiten bei Raumtemperatur und müssen vor allem hart und verschleißfest sein. Sie formen Bleche, schneiden Gewinde und stanzen Konturen. Beim Schweißen sind sie wegen ihres hohen Kohlenstoffgehalts extrem rissanfällig – Vorwärmen, Nickel-Unterlage und Abhämmern sind Pflicht.

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Warmarbeitsstähle

Warmarbeitsstähle wie 1.2343 und 1.2344 halten Temperaturen von 500 °C und mehr aus, ohne ihre Festigkeit zu verlieren — der Trick ist eine CrMoV-Legierung mit hoher Warmfestigkeit. Beim Schweißen gilt: artgleicher CrMoV-Zusatz, exaktes Vorwärmen auf 300–350 °C. Und Achtung: Derselbe Stahl lebt in drei Welten mit drei verschiedenen Zusätzen.

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Druckguss-Formenstähle

Druckgussformen erleben den brutalsten Thermoshock im Werkzeugbau: über 600 °C heißes Aluminium unter hohem Druck, danach Kühlung – Zyklus für Zyklus. Dafür braucht es Warmarbeitsstahl mit maximaler Warmfestigkeit. Beim Schweißen zählt jedes Detail.

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Spritzguss-Formenstähle

Spritzgussformen formen Kunststoff zu präzisen Teilen. Thermisch sanfter belastet als die Druckgussform, dafür zählt die Oberfläche umso mehr: glanzpolierbar, maßhaltig, korrosionsbeständig — und bei glasfaserverstärktem Kunststoff extrem verschleißfest. Beim Schweißen die polierte Fläche schützen und den unsichtbaren Restmagnetismus im Blick behalten.

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Schnellarbeitsstähle (HSS)

Schnellarbeitsstähle (HSS) sind die Werkstoffe der Zerspanung: Bohrer, Fräser, Gewindewerkzeuge. Sie behalten auch bei Rotglut ihre Schneide, weil sie beim Anlassen eine Sekundärhärtung durchlaufen. Beim Schweißen sind sie extrem anspruchsvoll.

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Formenstähle für Gummi & Elastomere

Gummiformen verarbeiten Elastomere – oft gefüllt mit abrasiven Füllstoffen wie Ruß oder Silikaten, die die Form stark verschleißen. Dazu kommen aggressive Entformungsmittel. Die Form muss verschleiß- und korrosionsfest sein.

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Formenstähle für Glas

Glasformen geben flüssigem Glas seine Gestalt – von der Flasche bis zur Scheinwerferlinse. Sie stehen unter extremer Hitze und müssen dabei maßhaltig bleiben. Gefragt sind warmfeste Stähle mit hoher Zunderbeständigkeit.

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Formenstähle für Stein

Steinformen pressen trockene, hochabrasive Massen zu Steinen und Platten. Die Formoberfläche wird dabei buchstäblich weggeschliffen – gefragt ist maximale Verschleißfestigkeit, oft mit Hartmetall-Einlagen.

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Formenstähle für Keramik

Keramikformen pressen feuchte, hochabrasive Massen zu Ziegeln, Fliesen und Sanitärkeramik. Die Masse ist abrasiv und korrosiv zugleich – gefragt sind verschleißfeste und korrosionsbeständige Stähle.

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Pulvermetallurgische Stähle (PM)

Pulvermetallurgische Stähle werden nicht flüssig erschmolzen, sondern aus Metallpulver verdichtet und heiß verfestigt. Dadurch entsteht ein feines, gleichmäßiges Gefüge mit fein verteilten Karbiden – bei gleicher Härte sind sie oft zäher als erschmolzene Stähle. Beim Schweißen verhalten sie sich aber wie hochlegierte Werkzeugstähle.

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Gusseisen-Werkstoffe

Gusseisen enthält mehr als 2 % Kohlenstoff, der beim Erstarren als Graphit ausgeschieden wird. Die Graphitform – Lamellen, Kugeln oder kompakt – bestimmt die Eigenschaften: Grauguss ist spröde, aber druckfest und schwingungsdämpfend, Sphäroguss ist zäh und verformbar. Das Reparaturschweißen verlangt wegen der Aufhärtungs- und Rissneigung besondere Sorgfalt.

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Vergütungsstähle

Vergütungsstähle erhalten durch Härten und Anlassen – das Vergüten – eine Kombination aus hoher Festigkeit und guter Zähigkeit. Typische Vertreter sind 42CrMo4 und 34CrNiMo6. Beim Schweißen sind sie anspruchsvoll, weil die Wärmeeinflusszone aufhärtet und ohne Vorwärmung zu Kaltrissen neigt.

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Warmfeste & Druckbehälterstähle

Warmfeste Stähle halten bei Temperaturen über 400 °C ihre Festigkeit, Druckbehälterstähle müssen unter Innendruck dicht und zäh bleiben. Sie stecken in Kraftwerken, Raffinerien und Kesseln. Beim Schweißen sind sie streng reguliert – Vorwärmen, wasserstoffarmes Arbeiten und Nachwärmen sind Pflicht.

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Hochfeste Feinkornbaustähle

Feinkornbaustähle erreichen Streckgrenzen von 460 bis 960 MPa – bei guter Zähigkeit. Der Trick liegt im feinen Korn durch Mikrolegierungselemente. Beim Schweißen verlangen sie Disziplin: begrenzte Wärmeeinbringung, trockene Zusätze und die richtige Vorwärmung.

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Einsatzstähle

Einsatzstähle haben einen niedrigen Kohlenstoffgehalt und werden erst nach der Formgebung aufgekohlt und gehärtet. So entsteht ein zäher Kern mit verschleißfester Oberfläche – ideal für Zahnräder und Wellen. Beim Schweißen zählt der Zustand: weich gut schweißbar, gehärtet riskant.

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Stahlguss

Stahlguss ist Stahl, der in eine Form gegossen statt gewalzt wird – mit grobkörnigem Gussgefüge, Lunkern und Seigerungen. Er ist gut schweißbar, aber das Gussgefüge verlangt Vorwärmen und Sorgfalt. Typisch sind Gehäuse, Kupplungen und Getriebeteile.

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Feder- & Wälzlagerstähle

Federstähle und Wälzlagerstähle sind auf höchste Festigkeit und Härte getrimmt. Federstähle wie 50CrV4 brauchen eine sehr hohe Streckgrenze, Wälzlagerstähle wie 100Cr6 fast 1 % Kohlenstoff. Beide sind schlecht schweißbar – Schweißen zerstört ihre besonderen Eigenschaften.

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Verschleißfeste & Panzerstähle

Verschleißfeste Stähle wie Dillidur und Panzerstähle wie Armox sind auf maximale Härte und Verschleißfestigkeit ausgelegt. Der Hadfield-Manganhartstahl verfestigt sich unter Schlag sogar selbst. Beim Schweißen verlangt jede Sorte ihre eigene, strikte Wärmeführung.

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