Die Zonen der Schweißnaht
Schweißgut, Wärmeeinflusszone und Grundwerkstoff — drei Zonen, drei Gefüge
AI generated Eine Schweißnaht ist nie homogen. Sie besteht aus drei Zonen: dem aufgeschmolzenen Schweißgut, der aufgeheizten Wärmeeinflusszone () und dem unberührten Grundwerkstoff. Die ist fast immer die Schwachstelle — hier vergröbert das Korn, hier bildet sich Martensit, hier reißen Nähte. Wer die Zonen kennt, prüft an der richtigen Stelle.
Wenn du eine Naht anschaust, siehst du ein Metall. In Wirklichkeit sind es drei verschiedene Zonen, jede mit eigenem Gefüge und eigener Schwäche. Nur wer sie auseinanderhält, versteht, wo eine Naht wirklich versagt.
Zone 1: das . Das ist der aufgeschmolzene Bereich aus und . Es hat ein typisches Gussgefüge — grobe, zur Mitte gewachsene mit in der Mitte. Seine Eigenschaften steuerst du über den Zusatz (siehe Schweißzusatz-Rechner).
Zone 2: die (). Das ist der Grundwerkstoff direkt neben der Naht, der nicht geschmolzen, aber stark erhitzt wurde — je nach Abstand zur Naht zwischen 500 °C und über 1100 °C. In der passiert das eigentliche Drama:
• Grobkornzone (dicht an der Schmelzlinie, über 1100 °C): Das Korn ist massiv gewachsen. Grobes Korn ist härter, spröder und rissanfälliger — hier entsteht am ehesten beim schnellen Abkühlen.
• Feinkornzone (um 900 °C): Der Stahl wurde neu umgewandelt und feinkörnig neu gebildet — oft die beste, zäheste Zone.
• Anlass-/Erweichungszone (unter 723 °C): Bei vergüteten Stählen wird hier die Vergütung angelassen und der Stahl weicher als der Rest.
Zone 3: der unberührte . Er behält seine ursprünglichen Eigenschaften.
Die ist fast immer die Schwachstelle der Verbindung — nicht die Naht selbst. Drei Gefahren lauern dort:
1. durch Martensit. Hochgekohlte und hochfeste Stähle bilden in der Grobkornzone glasharten Martensit → . Gegenmittel: und kontrollierte Abkühlung.
2. Kornvergröberung. Je mehr Wärme, desto gröber das Korn, desto spröder. Gegenmittel: Wärmeeinbringung begrenzen, nicht unnötig lang auf einer Stelle bleiben.
3. Erweichung. Bei kaltverfestigten oder vergüteten Werkstoffen fällt die Festigkeit in der ab. Das kann man nur über die Werkstoffwahl oder Nachbehandlung lösen.
Deshalb wird die immer quer über alle drei Zonen gelegt — Schweißgut, , Grundwerkstoff. Der maximale Härtewert in der ist ein zentrales Abnahmekriterium, nicht die Härte der Nahtmitte.