Eisenwerkstoffe & Stähle

Spritzguss-Formenstähle

Kunststoffformen: glanzpolierbar, maßhaltig, korrosionsbeständig

Spritzguss-Formenstähle AI generated

Spritzgussformen formen Kunststoff zu präzisen Teilen. Thermisch sanfter belastet als die Druckgussform, dafür zählt die Oberfläche umso mehr: glanzpolierbar, maßhaltig, korrosionsbeständig — und bei glasfaserverstärktem Kunststoff extrem verschleißfest. Beim Schweißen die polierte Fläche schützen und den unsichtbaren Restmagnetismus im Blick behalten.

Der formt Kunststoff: Das Granulat wird aufgeschmolzen, in die geschlossene gespritzt und erstarrt dort zum fertigen Bauteil. Vom Zahnbürstengriff bis zur Stoßstange entsteht so Zyklus für Zyklus dasselbe Teil.

Die Spritzgussform hat andere Anforderungen als die Druckgussform. Der ist viel milder – Kunststoff kommt mit 200–300 °C an, nicht mit über 600 °C wie Aluminium. Dafür zählt die Oberfläche umso mehr: Die Form wird glanzpoliert, damit die Kunststoffteile sauber glänzen. Dazu kommen Maßhaltigkeit, gute Zerspanbarkeit für die Gravuren und – bei aggressiven Kunststoffen – .

Die Standardwerkstoffe sind vorvergütete Kunststoffformenstähle. (40CrMnNiMo8-6-4) ist der Allrounder für große Formen, (40CrMnMo7) der gut zerspanbare für Standardformen, mit Schwefelzusatz für maximale Zerspanbarkeit. Wo aggressive Kunststoffe oder Lebensmittelkontakt im Spiel sind, kommt der korrosionsbeständige (X36CrMo17) zum Einsatz, für höchste Glanzpolitur (X40Cr14).

Und dann gibt es den Fall, der die Spritzgussform zur eigenen Welt macht: der Warmarbeitsstahl (X37CrMoV5-1). Derselbe Stahl, der im flüssiges Aluminium aushält, steht auch im Spritzguss hoch im Kurs – dann nämlich, wenn glasfaserverstärkter, abrasiver Kunststoff verarbeitet wird. Die Glasfasern wirken wie feines Schleifmittel und raspeln an Angusskante, Kanten und Kavitäten. Hier zählt nicht , sondern – und damit ein ganz anderer Zusatz als im Druckguss.

Beim Schweißen einer Spritzgussform geht es um zwei Dinge: die Oberfläche schützen und das Gefüge erhalten. Spritzer und Kratzer ruinieren die Glanzfläche unwiderruflich, deshalb wird nur dort geschweißt, wo ohnehin nachgearbeitet wird. Für die normale Reparatur nimmst du einen gefügesynchronen – der trifft mit 35–45 HRC die Härte und Polierbarkeit des Rests der Form. Bei glasfaserverstärktem Kunststoff hilft dieser Zusatz allerdings nicht: Die Fasern raspeln die 35–45-HRC-Oberfläche sofort wieder weg. Dort nimmst du stattdessen einen gefügeverbesserten Zusatz mit höherer Abriebfestigkeit und bis zu 58 HRC Härte – nur der hält der Glasfaser dauerhaft stand. Welcher Zusatz zu deinem Grundwerkstoff, Verfahren und Einsatzfall passt, zeigt dir der .

Ein häufiger Reparaturfall ist die Kühlkanal-Leckage: Wasser tritt aus dem Kühlsystem in die Form. Hier hilft ein eigenes Vorgehen – vom konischen Aufbohren über die Formierung des Kanals bis zum zähen Nickel-Puffer. Das ist ein Fall für die Profis, aber genau dafür lohnt sich der Premium-Pass.

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