Eisenwerkstoffe & Stähle

Stahlguss

Gegossene Stahlbauteile: eigenes Gefüge, eigenes Schweißverhalten

Stahlguss AI generated

Stahlguss ist Stahl, der in eine Form gegossen statt gewalzt wird – mit grobkörnigem Gussgefüge, Lunkern und Seigerungen. Er ist gut schweißbar, aber das Gussgefüge verlangt Vorwärmen und Sorgfalt. Typisch sind Gehäuse, Kupplungen und Getriebeteile.

Stahlguss ist der Werkstoff zwischen Walzstahl und Gusseisen: Er hat die Zusammensetzung eines Stahls, wird aber wie Gusseisen in eine Form gegossen. Die Bezeichnung beginnt mit GS (Stahlguss) oder G (Guss), zum Beispiel GP240GH oder G20Mn5. Du findest ihn in Maschinengehäusen, Kupplungen, Getriebegehäusen, Ventilkörpern und Schiffsteilen – überall dort, wo eine Form gegossen wird, die man aus Blech nicht bauen kann.

Der Unterschied zum Walzstahl liegt im Gefüge. Beim Gießen erstarrt der Stahl langsam und grobkörnig, mit dendritischem Wachstum. Anders als beim Walzen wird das Gefüge nicht durch Umformung feingeknetet – Stahlguss ist deshalb grobkörniger und etwas weniger zäh als vergleichbarer Walzstahl. Dazu kommen typische Gussfehler: Lunker (Schwindungshohlräume), Seigerungen und Einschlüsse, die beim Schweißen aufbrechen und die Naht verunreinigen können.

Beim Schweißen verhält sich Stahlguss grundsätzlich ähnlich wie ein vergleichbarer Walzstahl – er ist deutlich besser schweißbar als Gusseisen, weil der Kohlenstoffgehalt niedrig liegt. Aber das grobe Gussgefüge und die möglichen Fehlstellen verlangen Sorgfalt. Die beim Gießen hat hinterlassen, und die Gefahr von ist bei manchen Gusslegierungen real.

Die Praxis-Regeln: Vor dem Schweißen die Nahtstelle auf Lunker und Risse prüfen und ausarbeiten, den Stahlguss meist (besonders bei dickeren Querschnitten und höherem Kohlenstoffgehalt) und die kontrollieren. Nach dem Schweißen hilft bei großen, eingespannten Bauteilen das , um die Spannungen aus Guss und Schweißung abzubauen.

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