Zink & Zinklegierungen
Druckguss, Feuerverzinken und die Zinkfieber-Gefahr
AI generated Zink ist vor allem als Korrosionsschutz bekannt – als Feuerverzinkung auf Stahl. Daneben gibt es Zinkdruckguss für Beschläge und Kleinteile. Beim Schweißen verzinkter Bauteile ist Vorsicht geboten: Der verdampfende Zinkdampf verursacht Zinkfieber und hinterlässt Poren.
Zink begegnet dir im Schweißalltag fast nie als Bauteil, dafür umso öfter als Beschichtung. Die schützt Stahl vor Rost – Zink opfert sich dabei selbst, es korrodiert anstelle des Stahls (kathodischer Schutz). Daneben gibt es Zinkdruckguss (Zamak-Legierungen) für Türbeschläge, Zierleisten und kleine Gussteile.
Das eigentliche Thema für dich ist das Schweißen von verzinktem Stahl. Der Siedepunkt von Zink liegt bei 907 °C – weit unter der Schweißtemperatur. Triffst du mit dem Lichtbogen auf die Zinkschicht, verdampft das Zink schlagartig. Das hat zwei unangenehme Folgen. Erstens: Der aufsteigende Zinkdampf reißt Löcher in das flüssige Schmelzbad und hinterlässt und Spritzer. Zweitens, und viel wichtiger für deine Gesundheit: Atmest du den weißen Zinkoxid-Rauch ein, bekommst du das Zinkfieber – grippeartige Schüttelfrost-Anfälle mit Fieber, Husten und Übelkeit, die Stunden später auftreten und ein bis zwei Tage anhalten. Es ist selten dauerhaft gefährlich, aber es haut dich zuverlässig um.
Deshalb die goldene Regel beim Schweißen von verzinktem Stahl: Die Zinkschicht an der Nahtstelle vorher entfernen. Abschleifen oder Abbrennen – aber beim Abbrennen erst recht absaugen, denn genau dabei entsteht der giftige Rauch. Alternativ schweißt du mit ruhiger Lichtbogenführung und kräftiger Absaugung direkt am Brenner.
Zinkdruckguss selbst wird kaum geschweißt, sondern meist – der niedrige Schmelzpunkt von Zink (419 °C) macht das Löten zur ersten Wahl. Auch beim Löten gilt: Flussmittel und Absaugung, denn Zinkrauch ist überall dasselbe Problem.
Die moderne Alternative: MIG-Löten
Beim verzinkten Karosserieblech hat sich eine elegantere Methode durchgesetzt: das MIG-Löten mit Kupfer-Silizium-Draht (CuSi3). Der Lichtbogen brennt so kühl, dass das Zink nicht verdampft — der Draht schmilzt, das Zink bleibt als Schutzschicht erhalten, und du bekommst eine saubere, korrosionsgeschützte Verbindung ohne Zinkfieber-Risiko. Der Haken: Das ist eine Lötverbindung, keine Schweißnaht — sie hält weniger Zug als eine echte Schweißung. Für tragende Verbindungen bleibt also nur: Zink vorher entfernen, absaugen, schweißen, und die Naht anschließend wieder mit Zinkspray nachschützen.